So wunderbar eine Tasse schwarzer Kaffee auch sein mag; hin und wieder steigt die Lust auf einen cremigen Cappuccino oder einen reichhaltigen Latte Macchiato, der gleich eine ganze Mahlzeit ersetzen könnte. Die Basis Kuhmilch ist dabei keinesfalls ein Muss, denn auch mit Pflanzendrinks lassen sich köstliche Milchkaffees inklusive der geliebten Schaumkrone kreieren.

Der Verzicht auf Kuhmilch kann natürlich verschiedene Gründe haben, weshalb auch das Angebot an Pflanzendrinks aktuell nahezu explodiert. Keine Steinfrucht und kein Getreide scheint mehr vor der Kreativität der Lebensmitteltechniker sicher zu sein. Jedem Geschmack kann so das passende Produkt kredenzt werden. Ein Angebotsspektrum, welches wir auf alle Fälle auskosten sollten!

3. Der Reis-Mandeldrink

Jeder von uns kennt Mandeldrinks und jeder von uns kennt höchstwahrscheinlich auch Reisdrinks. Vor allem in der Kaffeekultur haben sich beide Milchalternativen jedoch noch nicht wirklich durchgesetzt. An dieser Stelle macht’s die Mischung, denn aktuell befindet sich der Reis-Mandel-Drink auf der Überholspur in Richtung gesunder und vor allem kalorienarmer Milchalternative.

Mandeldrinks sind im Allgemeinen dafür bekannt, Kaffee eine teils penetrante und nussig-erdige Eigennote zu verpassen. An dieser Stelle kommt der Reisdrink ins Spiel: durch Fermentationsprozesse während der Herstellung entwickelt dieser eine leichte Süße, was den Pflanzendrink auch pur zu einem Geschmackserlebnis macht. In Sachen Inhaltsstoffen brilliert vor allem der Mandelanteil mit einer Vielzahl an essentiellen Fettsäuren, Spurenelementen und Mineralstoffen. Dass der Pflanzendrink-Mix darüber hinaus noch lactosefrei ist, muss an dieser Stelle wahrscheinlich gar nicht mehr erwähnt werden.  

Ganz abgesehen von Geschmack und Konsistenz sollte auf der anderen Seite aber auch immer ein Auge auf die Ökobilanz der Pflanzendrinks geworfen werden. Ein Großteil der Mandeln stammt so aus Monokulturen in Kalifornien. Der Wasserverbrauch für den Anbau von 1 Kilo Mandeln beläuft sich dabei auf rund 10.000 Liter Wasser. Angesichts der langen Lieferwege und des Ressourcenverbrauchs muss dem Reis-Mandeldrink also leider der letzte Platz vergeben werden.

Und noch ein weiterer Wermutstropfen für alle Schaumschläger: das geliebte Krönchen auf dem Cappuccino lässt sich zwar aufschlagen, fällt aber nach kürzester Zeit zusammen und verwässert eventuell sogar den Kaffee. Welcher Cappuccino bleibt aber auch schon länger stehen als 5 Minuten?

2. Der Sojadrink

Der Sojadrink zählt zu den Klassikern pflanzlicher Milchalternativen und ist wahrscheinlich vielen von uns aus dem Einstieg in die vegane Ernährung bekannt. Und das nicht umsonst – schließlich ist Soja für seinen hohen Gehalt an Proteinen, Ballaststoffen und Folsäure bekannt. Aber auch in der Kalorienbilanz punktet der Pflanzendrink, denn er enthält durchschnittlich weniger Fett als Kuhmilch.

Die lactosefreie Variante lässt sich besonders gut aufschäumen und bietet sich aufgrund der leicht nussigen Noten natürlich auch für Kaffee an. Im Optimalfall empfiehlt es sich jedoch, mehrere Produkte miteinander zu vergleichen, da manche Sorten den Kaffee wässrig oder sehr streng nach Sojabohnen schmecken lassen. Außerdem sollte beim Einkauf die Bio-Kennzeichnung berücksichtigt werden. Auf diese Weise lässt es sich vermeiden, den Sojaanbau in Südamerika zu unterstützen, diesem jährlich mehrere Hektar Regenwald zum Opfer fallen.

Außerdem ist bei einem übermäßigen Konsum von Soja Vorsicht geboten. Die Auswirkungen der enthaltenen Isoflavone wurden bis dato zwar nicht umfassend erforscht. Da das enthaltene pflanzliche Hormon in seiner Struktur aber sehr dem weiblichen Sexualhormon ähnelt, wird davon abgeraten, den Pflanzendrink an Säuglinge und Kleinkinder zu verabreichen.

Geschmack und Nährstoffe des Sojadrinks sind also solide. Die teils langen Lieferwege geben dem Pflanzendrink allerdings einen bitteren Beigeschmack. Nichtsdestotrotz entwickelt sich die Anbauregion für immer mehr Produkte zu einem Qualitätsmerkmal, weshalb mittlerweile ein Großteil der europäischen Produzenten Soja aus dem umliegenden Raum bezieht.

1. Der Haferdrink

Von wegen nur schnöde Zutat für Porridge und trockene Kekse; Hafer kann viel mehr! Die Basis für einen nussig-cremigen Cappuccino bilden zum Beispiel. Die erdige Note des Hafers weicht dabei der dezenten Süße der Getreidestärke, die während der Produktion in Einfachzucker umgewandelt wird. Im direkten Vergleich mit Kuhmilch kommt der Haferdrink dieser also aufgrund der geschmacklichen Ähnlichkeiten zum Milchzucker am nächsten. Auf der anderen Seite ist zu erwähnen, dass die pflanzliche Alternative durchschnittlich weniger Vitamine, Proteine und Calcium enthält, aber immerhin fettärmer als das tierische Produkt ist.

Und auch in puncto Ökobilanz holt der Haferdrink seinen Rückstand gegenüber der klassischen Milch wieder auf. So wird die Getreidesorte vor allem im europäischen Raum angebaut. In der Folge müssen nur kurze Lieferwege zurückgelegt werden und eine Belastung durch Herbizide bei Bio-Hafer ist eher unwahrscheinlich.

Ganz abgesehen von dem relativ niedrigen Nährstoffgehalt ist der Haferdrink der persönliche Favorit für die Zubereitung eines schmackhaften (Pflanzen-)Milchkaffees. Sowohl im Geschmack als auch in der Konsistenz des Kaffees müssen so gegenüber der „Originalversion“ absolut keine Abstriche gemacht werden. Eine Variante der Pflanzendrinks, die durchaus eine Schaumkrone verdient hat.