Ihre Rundungen und ihr rosiger Teint haben schon so manch einen schwach werden lassen. Als Importschlager aus Südamerika ziert sie international die Speisekarten und steht bei zahlreichen Gerichten im Rampenlicht. Nicht umsonst zählt die Tomate zu den beliebtesten Gemüsesorten weltweit (wobei sich die Geister daran scheiden, ob es sich nun um ein Obst oder Gemüse handelt). So liegt der Pro-Kopf-Konsum in Deutschland bei durchschnittlich bei 27 kg und in Österreich sogar bei rund 29 kg. Doch was macht den Hype um die Exotin aus?

Der Siegeszug der Tomate

Begonnen hat die Erfolgsstory der Tomate im 15. Jahrhundert mit der Unterstützung der Italiener – zumindest, was die Popularität in Europa angeht. Natürlich waren es Christoph Kolumbus, der den Mehrwert des Nachtschattengewächses früh erkannte und dieses als kultiviertes Gut der südamerikanischen Hochkulturen in die Heimat einschleuste. Neben verschiedensten Obst- und Gemüsesorten bereicherte er so bereits 1498 den westlichen Speiseplan.

Doch die Tomate ist keine Züchtung der Neuzeit, sondern kann auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Bereits die Maya sollen etwa 200 v. Chr. mit dem Anbau der Pflanze begonnen haben. Und auch unter den Azteken hat sich die Begeisterung um die Tomate schnell herumgesprochen. Ihr wurde so der eher weniger schmeichelhaften Namen Xitomatl, zu Deutsch anschwellen, verliehen. Wie genau diese Begriffsfindung einzuordnen ist, sei mal in den Raum gestellt. Fest steht jedoch, dass die Europäer deutlich unkreativer bei der Namensgebung waren und das Vorbild als „Tomate“ spanisiert haben, nachdem die Frucht durch den Eroberer Hernán Cortés schließlich schrittweise salonfähig wurde.

Im Anschluss an einige Startschwierigkeiten aufgrund des Verdachts, die Tomate würde giftige Stoffe beinhalten, schaffte es die Exotin im Laufe des 16. Jahrhunderts erstmals in die italienischen Kochbücher. Der Grundstein für eine unvergleichliche Karriere war also gelegt und der Siegeszug durch Europa und die USA konnte beginnen. Die Entwicklung der Pizza im italienischen Neapel sowie die Erfindung der Ketchups sind natürlich nicht ganz unschuldig daran gewesen, dass sich die Tomate auch in Nord- und Mitteleuropa durchsetzen konnte.

Die Erfindung der Pizza ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Tomate

Die vitaminreiche Schlankmacherin

Was nicht alles als Superfood angepriesen wird. Die Goji-Beere als Wunderpille gegen Übergewicht oder Chia-Samen als Eiweißbomben für Veganer. Die Tomate aber ist ein Food, welches diesen Titel wahrlich verdient hat, denn sie ist reich an Vitaminen, Spurenelementen und Kalium. Bei den Vitaminen beginnend sticht vor allem das Vitamin C hervor. Dieses unterstützt sowohl die Stoffwechselprozesse des Körpers als auch den Aufbau des Bindegewebes, der Knochen und der Zähne. Darüber hinaus ist das Vitamin vor allem für seine antioxidative Wirkung bekannt und soll den Körper sogar vor Krebserkrankungen schützen.

Sobald von Spurenelementen die Rede ist, zucken viele fragend mit den Schultern. Um also Licht ins Dunkel zu bringen: Spurenelemente sind anorganische Nährstoffe, die für gewöhnlich nicht vom Körper produziert werden können. Dennoch sind ebendiese Elemente bei lebenswichtigen Körperfunktionen wie beispielsweise dem Sauerstofftransport, dem Stoffwechsel, der Regulierung des Blutzuckerhaushalts, der Immunabwehr und der Energiegewinnung beteiligt. Die ausreichende Zufuhr an essentiellen Spurenelementen ist also Pflicht in einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung.

Zum Schluss kommen wir noch zum Kalium. Dieses ist mit einer Menge von 242 mg in 100 g Tomaten enthalten und ist ebenfalls von zentraler Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Herz- und Muskelfunktionen sowie der Regulierung des Blutdrucks. Außerdem unterstützt Kalium den Stofftransport durch die Zellmembrane, entwässert den Körper und feuert den Energiestoffwechsel an.

Die Vorzüge der Tomate kurzgefasst

So rund die Tomate also sein mag; für die schlanke Linie ist sie ohne Zweifel optimal. Auf 100 g Tomate kommen so nur 18 Kalorien und ein langanhaltendes Sättigungsgefühl ist garantiert. Um jedoch den Nährwertgehalt möglichst konstant aufrecht zu erhalten, sollte die Tomate nicht im Kühlschrank gelagert werden. Auf diese Weise würden Aromen verloren gehen und die Gefahr der Schimmelbildung steigen. Viel wohler fühlt sich die Tomate in einem dunklen und kühlen Raum bei einer Temperatur zwischen 12° und 16°. Kellerräume eignen sich also bestens Lagerung reifer Früchte.

Die Liebe der Europäer zu der südamerikanischen Schönheit kommt also nicht von irgendwoher. Seien es die Paradeiser in Österreich oder der pomme d’amour in Frankreich. Die Namen tragen stets Allegorien zum Sinnlichen und Himmlischen in sich – eventuell auch, weil man der Tomate nachsagt, eine anregende Wirkung zu haben. Doch wie sich gerade feststellen ließ, ist die Tomate weit mehr als ein vermeintliches Aphrodisiakum. Durch die vielfältigen Nährstoffe bereichert sie darüber hinaus einen abwechslungsreichen und gesunden Speiseplan. Und abschließend nicht zu vergessen: lecker ist sie natürlich auch.